Martin Pfeifle  (*1975)     onda   2016   

Einführung von Prof. Dr. Harald Goebell 


anlässlich der Vernissage auf der Skulpturenwiese Moltkeplatz Essen am 22. Mai 2016

in Vertretung für den erkrankten Kurator Dr. Marcel Schumacher



Sehr geehrte Besucher des Moltkeplatzes, liebe Mitglieder des Vereins „Kunst am Moltkeplatz“, liebe Vertreter der Stadt, liebe Kunstfreunde!

Heute - bei der sechsten Vernissage des Projekts „junge Kunst am Moltkeplatz“ - ist sicher ein herausragender Tag:

Wir können Ihnen ein Kunstwerk präsentieren, das in seiner Form und Bewegung unmittelbar zu uns spricht: Es trägt den Namen “onda“, die Welle. Bewegung, Statik - man sieht förmlich eine Welle an einen Strand herantreten - hier an den Strand eines städtischen Parks.

Unmittelbar vermittelt es Lebensfreude und Vitalität: Wir können es spüren - hier ist ein Künstler am Werk, der Bewegung mitteilen möchte.

Wer ist der Künstler, den wir durch unseren Kurator Dr. Marcel Schumacher, jetzt Leiter der Landeseinrichtung Kunsthaus NRW in Aachen-Kornelimünster, gewinnen konnten und der uns von unserem künstlerischen Beirat - Dr. Tobia Bezzola, (Museum Folkwang, Essen), Dr. Uwe Rüth (ehemals Skulpturenmuseum Glaskasten, Marl) und Prof. Manfred Schneckenburger (unter anderem zweimaliger Künstlerischer Leiter der Documenta, Kassel) - empfohlen wurde?

Martin Pfeifle, ein gebürtiger Stuttgarter, schwäbisch, geboren in 1975.

Absolvent der Kunstakademie Düsseldorf, wo er von 1998 bis 2004 bei Tony Cragg und Hubert Kiecol studierte.

Auch danach ist Düsseldorf sein Lebensmittelpunkt geblieben. Dort arbeitet er - aber seine Werke sind von dort weit verteilt worden: erst im Umfeld - Leverkusen, Köln, Münster - und dann weiter nach Berlin, Süddeutschland, Mannheim, Niederlande, Italien.

Er entwickelt Projekte für Räume: für Innen und Außen. Ein wesentlicher Schritt für seine künstlerische Entwicklung ist ohne Zweifel ein Stipendium in der Villa Romana (Florenz) gewesen. Die südliche Leichtigkeit können wir auch in unserer Skulptur erkennen - strahlend weiß und bewegt in der Welle.


Es folgt ein aus der Phase der Projektplanung stammender Text des Kurators Dr. Marcel Schumacher:

„Mitten auf der grünen Rasenfläche löst sich eine strahlend weiße Fläche ab. Der Düsseldorfer Künstler Martin Pfeifle hat eine scheinbar schwebende Woge für den Essener Moltkeplatz entworfen. Diese Skulptur im öffentlichen Raum inszeniert nicht nur eine schöne Welle, sie ist zugleich ein Ort für die Öffentlichkeit: ein Treffpunkt, eine Liegefläche oder auch eine Bühne für ein Sommerfest. So entsteht auf dem Moltkeplatz nicht nur eine Ausstellung im öffentlichen Raum: Die Menschen können diese öffentliche Fläche durch ihre Aktivitäten zu einem Ort der Gemeinschaft machen.

Wellen haben immer wieder Künstler fasziniert und waren Motiv in der Kunst. Angefangen bei den Wellenstudien Leonardo Da Vincis, über die Wogen bei Gustave Courbet, den Wellenmustern Bridget Rileys bis zu der Surferwelle bei Raimund Pettibon. Die Welle von Martin Pfeifle ist eher eine
plätschernde Brandung als eine stürmische Woge, oder handelt es sich doch um das Modell einer Landschaft von Bergen und Tälern?

Immer wieder greift der Künstler Martin Pfeifle mit Skulpturen oder Materialveränderungen in den Öffentlichen Raum ein. Für die Skulpturenbiennale 2013 in Amsterdam verkleidete er Pflanztröge mit buntem Teppich. So entstanden im Stadtraum bequeme Sitzmöbel, zugleich veränderte die Intervention die Wahrnehmung des Ortes. In München errichtete er auf einer Wiese den HAW Pavillon: von weitem eine weiße minimalistische Würfelskulptur, entpuppte er sich bei Wind als leichte Vorhangkonstruktion aus PVC-Folien mit farbig leuchtendem Innenleben.

Das Kunstwerk soll in einer Größe von 7 x 7 Metern aus einer lackierten Holzkonstruktion gebaut werden. Die Kurven werden ausgefräst, die Welle selbst in Leisten ausgeführt – in der Anmutung einer Parkbank. Die maximale Höhe wird einen Meter betragen, womit eine geringe Fallhöhe berücksichtigt ist. Die Konstruktion soll mit Punktfundamenten verankert werden.“ 
Ende des Zitats


Wir wollen uns tragen lassen von der schönen Skulptur, die Optimismus ausstrahlt und Lebensfreude - onda - die Welle!

22. Mai 2016

Prof. Dr. Harald Goebell



Für einen Text des Kurators Dr. Marcel Schumacher nach der Aufstellung klicken Sie hier.

Für mehr Informationen über die temporäre Skulptur "onda" von Martin Pfeifle auf dem Moltkeplatz in Essen klicken Sie hier.