Bemerkung:
dies Werk wurde im Januar 2011 abgebaut und entfernt, nachdem es immer mehr verfallen war und nach 21 Jahren am Moltkeplatz sein Ende erreicht hatte.
Notiz zu meiner Arbeit
Aus der Reihe tanzen - gerade mal fußhoch über der Erde - die Scherben.
Und sie spiegeln wieder, was immer der Einzelne damit verbinden mag - heute, nach 17 Jahren - jetzt, 17 Jahre vor Ort.
Das Licht tanzt durch die Bäume und spielt auf dem Rasen. Wasserspiegel im Winterlicht. In seiner dumpfen Lichtigkeit, changierend, die Oberfläche des Bleis. Gespannte Härte auf Holz, von Spuren durchzogen. Gezeichnet.
In Scherben; der Tanzboden, auf dem ich noch vorsichtig hüpfen kann.
Die Platanen tanzen nicht aus der Reihe. Sie wachsen. Mit der Zeit. Und sie erinnern in ihrer 100-jährigen Geschichte an die Entstehung dieser großartigen Platzanlage.
Mit der Zeit wachsen auch die Anschauungen der Menschen. Impulse aufgreifen, Anstoß nehmen, sich sensibilisieren in seiner Wahrnehmung.
Beständiges Procedere. Erfrischendes Procedere!
Es ist gut, was hier passiert:
sich offen begegnen können.
Im Spiegel nun das Fundament der Scherben.
Raum begrenzen und zugleich offen legen.
Und ich konzentriere abwechselnd meine Wahrnehmung auf die einzelnen Böden und auf ihr rhythmisches Ganzes: den Raum.
Meinen Körper muss ich anders organisieren.
Muss unter die Horizontlinie schauen, meinen Kopf neigen.
Und vielleicht spüre ich den Wechsel von Labilität und Stabilität.
Und noch einmal: Spiegeln das Umfeld - und das ist eine Intention der temporären Arbeit - sich dem Zeitfaktor aussetzen, Geschichte sichtbar machen. Spielraum geben für wandelbare Ideale. Menschen verbinden sich, reiben sich vor Ort. Bewusste Wahrnehmung wird vielleicht wieder möglich? Nein - bewusste Wahrnehmung einfordern!
Christa Feuerberg, 2007
Koordinaten: 51 26 48,80 N 7 01 23,95 E
Bilder vom Aufbau der Bodenarbeit finden Sie hier.
